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Antibakterielles Holz

Was ist hygienischer – Holz oder Kunststoff?

 

Lebensmittel in Behältern aus Holz zu lagern und zu transportieren hat eine lange Tradition. Seit dem Plastikboom der 70er Jahre gilt jedoch Kunststoff nach landläufiger Meinung als hygienisch, da er leichter zu reinigen ist. Holz hingegen werden tendenziell schlechtere hygienische Eigenschaften attestiert. Die Folge: in hygienisch sensiblen Bereichen wie in der lebensmittelverarbeitenden Industrie und in Krankenhäusern wird Kunststoff häufig vorgezogen.

 

Zu Unrecht, denn dieses zwar weitläufige, aber dennoch falsche Vorurteil wurde eindrucksvoll durch mehrere wissenschaftliche Studien widerlegt.

 

Hier eine Auswahl

Studie 1

Eine der ersten Untersuchungen von Dr. Dean Cliver bei der Food Safety Laboratory der University of Wisconsin kam bereits 1994 zu diesem Ergebnis. In der Studie untersuchten der Lebensmittelbiologe Dr. Cliver und seine Kollegin Nese O. Ak das Wachstum von Salmonella, E.Coli und anderen Bakterien auf Schneidebrettern aus unterschiedlichen Materialien: zehn verschiedenen Hölzern, vier Plastikwerkstoffen und Hartgummi. Die Forscher begannen ihre Arbeit mit der dem damaligen Zeitgeist entsprechenden Erwartung, Plastik würde sich als hygienischer als Holz erweisen.

Umso größer war die Verwunderung des Teams, als sie bereits wenige Minuten nach dem Auftragen der Salmonellen auf ein Holzbrett, keine Bakterien mehr auf der Oberfläche nachweisen konnten – während sich die Keime auf den Brettern aus Plastik nicht nur hielten, sondern sogar vermehrten.

Ergebnis: Cliver und Kollegen schlussfolgerten, das Holz müsse die Bakterien abtöten. Es hat sich gezeigt, dass die poröse Struktur von Holz aus hygienischer Sicht kein Nachteil, sondern sogar ein Vorteil ist. Der Grund liegt in der hygroskopischen (Feuchtigkeit anziehenden) Eigenschaft des Holzes sowie an seinen natürlichen Inhaltsstoffen (Polyphenole). Das bedeutet, die Feuchtigkeit wird angezogen und im Holz eingeschlossen. Damit wird Bakterien das zum Überleben benötigte Wasser entzogen. Zwar ziehen sich Bakterien auch ins Innere eines Holzbrettes zurück, doch wegen antibakteriell wirksamer Stoffe können sie sich nicht vermehren und werden effizient abgetötet. Plastik wiederum kann das nicht leisten.

Studie 2

Die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) in Braunschweig hat die Wechselwirkung zwischen diversen heimischen Holzarten und Bakterien untersucht. Die antibakterielle Wirkung tritt dabei sowohl an der Oberfläche als auch im Holzinneren gleichermaßen auf. Selbst bei wiederholtem Bakterieneintrag bleibt die antibakterielle Wirkung erhalten.

Hingegen ist die Überlebensfähigkeit von Bakterien auf Kunststoff (Polyethylen) größer als auf Holz. Eine spürbare Keimzahlreduktion setzt erst nach 12 bis 24 Stunden ein. Bei wiederholtem Keimeintrag kommt es sogar zu einer Akkumulation lebensfähiger Bakterien. Reinigung und Desinfektion der Kunststoffflächen bringen dabei nur eine kurzfristige Entlastung.

Studie 3

Diese Forschungsergebnisse aus Braunschweig wurden anschließend durch das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik in einem sechsmonatigen Forschungsprojekt in der Praxis überprüft. 14 Betriebe aus der Lebensmittelverarbeitung (Fleisch, Milch, Gemüse und Backwaren) nahmen an dem Feldversuch teil. Sie setzten parallel zu Kunststoffpaletten insgesamt 500 so genannte Holz-Hygiene-Paletten aus Kiefernholz ein. 5 000 Messungen später war das Ergebnis eindeutig:

Die mikrobielle Belastung war bei Kiefernholz nur halb so groß wie bei Kunststoff. Die Kiefernholz-Paletten bewiesen auch bei starker Verschmutzung durch Fett und Eiweiß ihren „Selbstreinigungseffekt“. Auf den Kunststoffpaletten erhöhte sich dagegen die Keimbelastung in kürzester Zeit, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt wurden.

Studie 4

Basierend auf diesen Forschungsergebnissen hat das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Uni-Klinik Freiburg den Einsatz von Kiefernholz im Krankenhaus getestet. Dabei zeigte sich, dass das Hygiene-Holz sowohl mit als auch ohne Desinfektionsmittel deutlich weniger Keime aufwies als Kunststoffoberflächen. Damit bestätigt die Studie die antibakterielle Wirkung von Kiefernholz. „Aus hygienischer Sicht steht einem Einsatz von Holz im Krankenhaus nichts im Weg. Mit der Begründung, Holz sei unhygienisch, wurde es bisher in Krankenhäusern weitgehend durch glatte Kunststoffoberflächen ersetzt“, so Prof. Dr. med. Franz Daschner, Direktor des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene.

Studie 5

Prof. Dr. Kleiner hat eine neue Studie (2014) mit dem Titel “Vergleichsuntersuchung zum Hygienestatus von Holz- und Kunststoffschneidbrettern” im Labor für Hygieneforschung der Hochschule Anhalt in Bernburg durchgeführt und festgestellt: Holz weist bei sachgemäßer Reinigung und Pflege gleiche oder sogar bessere hygienische Eigenschaften als Plastik auf. Im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit ist es mindestens genauso unbedenklich einsetzbar wie vergleichbare Plastikprodukte. Zusätzlich wird von den Wissenschaftlern Holz empfohlen, da man wegen seiner Nachhaltigkeit einen großen Beitrag für die Umwelt leistet.

Studie 6

Beim Labortest des NDR Verbrauchermagazins „Markt“ aus dem Jahr 2015 lag Holz bei hygienischen Eigenschaften verglichen mit Plastik vorn.

Und auch der Verband der Köche Österreichs empfiehlt den Einsatz von Holz.

 

Die Studien geben nun ausreichend Anlass die Vorurteile dem natürlichen Roh- und Werkstoff Holz gegenüber endlich aus der Welt zu schaffen und Gesetze, die den Einsatz von Holz in hygienisch sensiblen Bereichen verbieten oder beschränken, zu überdenken und den neuen wissenschaftlichen Ergebnissen anzupassen.

Auswirkungen von Plastik

Trinken Sie Wasser aus Plastikflaschen?

Kaufen Sie Käse, Wurst etc. in Plastikverpackungen?

Haben Sie oder jemand aus Ihrer Familie eine Brotdose aus Plastik?

Dann hat Ihr Körper mit großer Wahrscheinlichkeit Bisphenol A und Weichmacher aufgenommen und diese Stoffe können in Ihrem Blut nachgewiesen werden.

Denn zahlreiche Schadstoffe aus dem Plastik können auf die Lebensmittel übergehen / migrieren.

Warum es für Ihre Gesundheit wichtig ist, lesen Sie in diesem Artikel und in den verlinkten Quellen.

Plastik ist leicht, praktisch und vor allem billig. Deswegen verwenden Millionen Menschen Produkte aus Plastik auch im Lebensmittelbereich. Es zu vermeiden ist nicht so einfach, denn Plastik-Verpackungen sind für die Industrie die billigste Form ihre Waren zu verpacken und so kommen 80 Prozent der im Handel verfügbaren Waren mittlerweile mit Plastik in Kontakt.

Hier ein kleiner Auszug der Produkte, für die Plastik als Verpackung im Lebensmittelbereich verwendet wird:

  • Wasser

  • Milchprodukte: Joghurt, Quark, Käse / Weichkäse, Buttermilch, Schlagsahne, Schmand / Crème Fraîche, Frischkäse, Brotaufstriche

  • Fleischprodukte: rohes Fleisch, Wurst, Schinken, Kasseler, Speck, Hackfleisch, Brat- und normale Würstchen wie Wiener

  • alle Süssigkeiten

  • manches Gemüse

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Dabei gibt es weltweit über 800 Studien, die sich mit den schädlichen Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt befassen und sich in einem Punkt einig sind: Es gibt kein schadstofffreies Plastik.

Denn selbst die für die Lebensmittelbranche zugelassenen Plastiksorten PE, PP und PET beinhalten schädliche Stoffe und geben sie an die Umgebung ab. Kaum ein Kunststoffverwender weiß jedoch über die Gefahren und Gesundheitsschäden von Plastik Bescheid.

Die ersten weitläufig bekannten Hinweise für die schädliche Wirkung dieses Stoffes kamen bei den Tests von Mineralwasser aus Plastikflaschen in die Medien. Dabei wurden in fast jeder fünften Flasche insgesamt 85 Stoffe entdeckt, die nichts im Wasser zu suchen haben. Die Untersuchungen des Instituts für Ökologie, Evolution und Diversität der Frankfurter Universität haben chemische Weichmacher / Phthalate und Bisphenol A wiederholt bei mehr als der Hälfte der getesteten Produkte in Mineralwasser aus Plastikflaschen nachgewiesen.

Sie fragen sich, wie es möglich ist bei den „strengen“ deutschen Gesetzen und der Aufsicht?

Die Antwort gibt Dieter Swandulla, Institutsdirektor der Physiologie II an der Universität Bonn:

Im Plastik einer Wasserflasche sind über 2000 Inhaltsstoffe enthalten. Jeder Hersteller hat Geheimrezepturen, die er nicht offenlegen muss. Bewertungen als Gefahrenstoff gibt es vielleicht nur für zirka 20 Prozent dieser Substanzen“.

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Was sind Phthalate / Weichmacher und Bisphenol A und welche Auswirkungen haben sie?

BPA ist die meistproduzierte Chemikalie der Welt und wird von der Industrie dem Plastik hinzugefügt, um es formstabil und besonders hart zu machen. Ohne BPA wäre Hartplastik also nicht denkbar. Zusätzlich wird BPA in Beschichtungen für Lebensmittel- und Getränkedosen aus Metall, sowie in Konservierungsmitteln verwendet.

Über die Nahrungsaufnahme gelangt es vom Mund direkt in die Blutlaufbahn. Zusätzlich nehmen wir es über die Haut und mit dem Hausstaub über die Atmung in unseren Körper auf. Laut Recherchen des NDR Wirtschafts- und Verbrauchermagazins “Markt” sind sogar Mineralwässer und Biere teilweise mit mikroskopisch kleinen Fasern aus Plastik verunreinigt.

Dadurch kann mittlerweile bei über 90 Prozent der Menschen in den industrialisierten Staaten die BPA-Belastung im Urin und Blut nachgewiesen werden.

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Dabei gilt Bisphenol A als besonders gesundheitsschädlich

Der Großteil der Studien unabhängiger Wissenschaftler zeigt schädigende Effekte“ (Sarah Häuser, Expertin für Chemikalienpolitik und Nanotechnologie beim Bund für Umwelt und Naturschutz). Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor möglichen Folgen von Bisphenol A in Lebensmittel-Verpackungen.

Denn BPA imitiert Hormone bzw. ist ein synthetisches Hormon, das östrogene Wirkung hat. “Östrogene docken bei Frauen und Männern an vielen Genen im Körper an. Eine Störung der Hormon-Produktion wegen Zellveränderungen hat somit Auswirkungen auf viele Bereiche” sagt Peter Frigo, Leiter der Hormonambulanz der Medizinuni am AKH in Wien. Hormone senden Signale und bewirken, dass Zellen darauf reagieren und können dadurch sogar Zellsterben verursachen.

 

Auch eine Überblicksstudie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Wirkung hormoneller Stoffe gibt den Wissenschaftlern Recht. Die WHO schreibt, dass der Zuwachs an hormonell bedingten Krankheiten in der Statistik nicht durch genetische Faktoren, sondern nur durch äußere Einflüsse zu erklären ist. Die Behörde bezeichnet daher hormonell wirksame Chemikalien als “globale Bedrohung”.

Obwohl die Industrie stets behauptet, dass die in den Produkten enthaltene Dosis zu gering ist, um Schäden bei Menschen zu verursachen, haben Studien des Wissenschaftlers Frederick vom Saal schon Mitte der 90er Jahre belegt, dass BPA schon ab einer kleinen bis mittleren Dosierung gesundheitsschädigend sein kann.

 

Daher gilt die Regel „Die Dosis macht das Gift“ nicht für Hormone. Hormone sind selbst in kleinsten Mengen wirksam, schlimmer noch, wirkt BPA in kleinen Mengen sogar stärker, als in großen. Dieter Swandulla von der Universität Bonn geht noch weiter: „Es besteht aufgrund seiner Fettlöslichkeit die Gefahr, dass BPA sich in unterschiedlichen Körpergeweben einlagern kann und dort hohe Konzentrationen erreicht.“

 

Zahlreiche Studien erhärten den Verdacht und deuten darauf hin, dass BPA:—————————————————————————————-

  • die Entwicklung von Gehirn beeinflusst und nervenschädigend ist.
  • Spermienproduktion verschlechtert und zu Unfruchtbarkeit führt.
  • das Gewicht der Prostata erhöht.
  • für niedrigeres Geburtsgewicht, Fehlbildungen der männlichen Genitalien und für veränderte Verhaltensentwicklung sorgt.

  • Krebserkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit, Herzkreislauferkrankungen zur Folge hat.

  • Veränderung und Störungen des Erbguts bewirkt (Hinweise darauf fand die Molekularbiologin Patricia Hunt).

  • Enzyme und Transportproteine in ihrer Funktion beeinträchtigt und für die Zellfunktion wichtige Kalzium-Kanäle in der Zellmembran blockiert. Durch diese Kanäle strömt Kalzium in die Zellen, wodurch z.B. die Kontraktion der Herzmuskelzellen oder die Kommunikation von Nervenzellen untereinander gesteuert wird.

  • die Reifung des Gehirns von Ungeborenen und Kleinkindern irreversibel schädigen kann. Deswegen ist der Stoff in Babyfläschchen bereits EU-weit verboten.

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Seit 1. Januar 2015 ist in Frankreich die Herstellung, der Import / Export von Lebensmittelverpackungen, die Bisphenol A enthalten, verboten.

 

Nach der öffentlich gewordenen Kritik hat die Industrie reagiert und einen Ersatz für BPA entwickelt – Bisphenol S (BPS), doch auch BPS kann das Gehirn schädigen. “Man verwendet diese Chemikalie an Stelle von BPA – und das ohne ausreichende toxikologische Daten”, sagt der Umwelttoxikologe Kyungho Choi von der Seoul National University. Wegen seiner zu BPA ähnlichen Struktur steht auch BPS im Verdacht, wie ein Östrogen zu wirken, erklärt Cheryl Watson von der medizinischen Fakultät der University of Texas in Galveston.

In der neusten Studie aus der University of California (UCLA) fanden die Forscher heraus, dass BPS die Fortpflanzung stört, die embryonale Entwicklung beschleunigt und so zu Frühgeburten führen kann. Außerdem kam heraus, dass BPS wie auch BPA nicht nur die Wirkung von Östrogen, sondern auch von Schilddrüsen-Hormonen haben.

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Auch Phthalate stehen im Verdacht:

  • wie BPA hormonell zu wirken.
  • Testosteron zu unterdrücken.
  • Gewichtszunahme zu fördern.
  • Asthma, Krebs, Allergien, Funktionsstörungen im Gehirn auszulösen.
  • zu Frühgeburten zu führen: In einer Studie wiesen Schwangere mit der höchsten Phthalatkonzentration im Urin ein bis zu fünffach erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt auf.

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Egal, wie oft die Hersteller die Unschädlichkeit beteuern, sie können sie nicht garantieren, da es immer noch keine Langzeitstudien gibt.

Ihre Gesundheit wird sich verbessern, nachdem Sie auf gesunde Alternativen zu Plastik umgestiegen sind.

Stellen Sie sich die Frage:

Welche Gegenstände aus Plastik, die mit Nahrung in Berührung kommen, kann ich heute noch ersetzen?

Hier ein Beispiel

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Quellen:

http://www.laves.niedersachsen.de/startseite/lebensmittel/biologische_testsysteme/untersuchung-auf-oestrogenartige-stoffe-mit-einem-biotest-108339.html

http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2010/A/endokrine_disruptoren__substanzen_mit_schaedlichen_wirkungen_auf_das_hormonsystem-50488.html

http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/chemie/120615_bund_chemie_achtung_plastik_broschuere.pdf

http://www.fr-online.de/lebensmittel/weichmacher-im-mineralwasser-schadstoffe-in-vittel-und-volvic-entdeckt,21868140,22214302.html

http://www.welt.de/gesundheit/article117122947/Bisphenol-A-geraet-ueber-den-Mund-direkt-ins-Blut.html

http://www.wiwo.de/technologie/forschung/bisphenol-a-in-unserem-blut-fliesst-plastik/9002916.html

http://www.spektrum.de/news/wie-gefaehrlich-sind-bisphenol-a-und-seine-ersatzstoffe/1285126

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/11/05/bisphenol-a-giftige-plastik-rueckstaende-gelangen-in-das-menschliche-blut/

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/top_news/611159_Hunderte-Chemikalien-in-Lebensmittel-Verpackungen.html

http://jech.bmj.com/content/early/2014/01/28/jech-2013-202593

http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/ernaehrung/in-diesen-bier-und-wassersorten-schwimmen-plastikpartikel-aid-1.4285640